Eine aussergewöhnliche Plakatausstellung auf dem Stäfner Gemeindehausplatz

«Wir werden alle älter»

STÄFA ■ Das 25-Jahr-Jubi­läum des Altersheims Lanzeln in Stäfa steht bevor. Aus der Sicht der Vorsteherin des Sozi­alamts, Vreni Köppel, ist das allein kein Grund zum Feiern, haben sich doch seither die Be­dürfnisse der Betagten grund­sätzlich geändert.

Dies erkennt man spätestens dann, wenn man trotz immer mehr Rentnern leeren Zimmern in Altersheimen ge­genübersteht. Das Altersleitbild der Gemeinde Stäfa hat letztlich auch zu diesen Erkenntnissen geführt.

Ein Tabuthema visuell gelöst
Das Atelier Arnold Design in Ürikon erhielt den Auftrag, für das Heim Lanzeln und das Rudolfsheim zeit­gemässe Prospekte zu gestalten. Bei der Konzeption ist Urs Arnold und seinem Team die Idee gekommen, mit einer Plakatausstellung das Älter­werden nicht nur an Beispielen von wirklich Betagten zu zeigen. Viel­mehr sollten Junge und Alte, Frauen und Männer, Menschen aus verschie­denen Lebensbereichen, nämlich Seelsorge, Gesundheitswesen, Kul­tur, Schulwesen, Unternehmertum, aber auch eine Mutter, ein Schüler, eine Angestellte gezeigt werden, wie sie heute aussehen und wie sie vor 25 Jahren ausgesehen haben. Dadurch wird der Betrachter angeregt nachzudenken, wie die Zeit von 25 Jahren an den abgebildeten Menschen gewirkt hat.

Jeder Mensch ist einzigartig
Die Behörde war vom Konzept sogleich begeistert, so dass mit der Auswahl der zu porträtierenden Menschen begonnen werden konnte. Etwas Mut brauchte es für die zwölf Frauen und Männer schon, sich den Einwohnern zu zeigen – heute und vor 25 Jahren.

Die Ausstellung wäre nicht zustande gekommen, hätten die zwölf Menschen aus Stäfa sich nicht spontan zum Mitmachen bereit erklärt. Die erste Aufgabe der zwölf Menschen war, eine Fotografie aufzustöbern, die sie vor 25 Jahren zeigt. Die bekannte Zürcher Fotografin Pia Zanetti porträtierte mit ihrer Kamera anschliessend subtil und voller Respekt für ihr Gegenüber die zwölf Stäfner und Üriker. Im Atelier Arnold Design entstanden das Layout und die kurzen Texte, welche bewusst ganz klein und unauffällig diese einzigartige, visuelle Umsetzung vom «älter werden» ergänzen.

Zu Gesprächen anregen
So wie ein 16jähriger heranwachsender Mensch das Gefühl hat, mit 20 sei er dann erwachsen und die Lösungen für alle Probleme seien dann einfach da, gibt es viele Leute im Arbeitsprozess, die nichts sehnlicher erwarten als ihre Pensionierung. Dann werde ich endlich dieses tun, dorthin reisen, dann wird alles besser, dann muss ich nichts mehr tun, wünschen sie sich. Wie viele werden nach dem Vollzug aller Abschiedsfeiern, nach dem Verlassen «ihres» beruflichen Reichs schwer ernüchtert, wenn sie Funktion und Status verlieren?

Regula Jäger, geboren 1962, ging vor 25 Jahren (Bild oben) zur Schule, und heute arbeitet sie als Coiffeuse in ihrem eigenen Salon FrouFrou. (zvg)

Edwin Kunz, geboren 1939, war vor 25 Jahren (Bild oben) Lehrer. Heute ist er es noch immer und hilft anderen, hoffnungsvoll in die Zukunft zu blicken.

Die Plakatausstellung «Wir werden alle älter» möchte zu besinnlichen, aber auch heiteren Gedankenreisen anregen, die erkennen lassen, was Altern heisst. Kommt ein Menschenkind auf die Welt, beginnt es zu leben, zu erlernen, zu greifen, zu begreifen, sich zu verändern und letztlich zu altern … Die Begegnungen mit den zwölf Frauen und Männern, denen man letztlich dankbar sein kann, dass sie sich auf dieses Experiment eingelassen haben, lässt den Betrachter nicht kalt. Mögen sich Besucher jeglichen Alters auf dem Gemeidehausplatz vor den zwölf Plakaten treffen und ins Gespräch kommen. ber.

Stäfner Gesichter heute und vor 25 Jahren

Stäfa ■ Im Zeichen des 25-Jahr-Ju­biläums des Stäfner Altersheims Lan­zeln zeigte am Wochenende eine Pla­katausstellung auf dem Gemeinde­hausplatz das Älterwerden in Stäfa (unser Bild). Zu sehen waren Gesich­ter von zwölf Stäfnerinnen und Stäf­nern heute und vor 25 Jahren. Die Por­trätierten hatten sich spontan bereit erklärt, an der Ausstellung mitzuwirken, lebte diese doch davon, bekannte­re und weniger bekannte Gesichter zu sehen und sich damit das Älterwerden einmal anders vor Augen führen zu können. (Bild Reto Schneider/ zsz)

Urs Arnold
Seidenparkwed 7
CH–8712 Stäfa
Switzerland

mail@arnoldurs.ch
+41 79 428 69 56

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